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Körper & Muster · Lesezeit etwa 3 Minuten

Wenn du für alle da bist, nur nicht für dich

Immer präsent, immer verfügbar. Warum es sich lohnt, genauer hinzuschauen, wenn du dich trotzdem leer fühlst.

Philipp hält lachend die Hand einer Klientin, die entspannt auf der Liege liegt

Viele Menschen, die zu mir kommen, sind unglaublich stark. Sie kümmern sich um die Familie, um Kollegen, um Freunde. Sie sind diejenigen, die zuhören, auffangen und organisieren. Und irgendwann sitzen sie vor mir und sagen einen Satz, der sich sehr ähnlich anhört: „Eigentlich ist doch alles gut. Aber irgendwas fehlt.“

Das Muster dahinter

Du gibst viel und bekommst wenig zurück. Neue Menschen, neue Situationen, aber am Ende dasselbe Gefühl. Als würdest du ein Drehbuch wiederholen, das du nie selbst geschrieben hast.

Oft steckt dahinter eine alte Erfahrung: Ich bin wertvoll, wenn ich für andere da bin. Das ist erst mal eine schöne Eigenschaft. Schwierig wird es, wenn dabei die wichtigste Beziehung auf der Strecke bleibt, die zu dir selbst.

Woran du es merken kannst

Meist zeigt es sich ganz leise. Du sagst Ja, obwohl du Nein meinst. Du merkst erst abends, wie müde du eigentlich bist. Du spürst Anspannung, die nicht mehr richtig weggeht. Oder du weißt auf die Frage „Was brauchst du gerade?“ einfach keine Antwort.

Ein klares Ja und ein liebevolles Nein gehören zusammen. Beides ist eine Form, dich selbst ernst zu nehmen.

Ein kleiner erster Schritt

Bevor du das nächste Mal zusagst, nimm dir drei Atemzüge Zeit. Spür kurz in deinen Körper hinein: Fühlt sich das Ja weit an oder eng? Du musst daraus nicht sofort etwas machen. Es geht erst einmal nur darum, dir selbst wieder zuzuhören.

Meistens fängt Veränderung genau dort an, in dem Moment, in dem du aufgehört hast, dir selbst zuzuhören, und dich entscheidest, wieder hinzuhören.